Wenn Plätze zur Leinwand werden: Wie Sketchar Dukstill hilft, Bodenmurals über traditionelle Grenzen hinaus zu skalieren
Bodenmurals zu malen ist jetzt dank VR ganz einfach – Dukstill nutzt Sketchar, um riesige Basketballplatz-Kunstwerke mit beispielloser Geschwindigkeit und Präzision zu entwerfen, zu skalieren und zu positionieren. So verändert AR/VR die öffentliche Kunst.

Ein Mural auf dem Boden zu malen ist etwas völlig anderes als eines an einer Wand. Es gibt keine vertikale Projektion, keinen bequemen Blickwinkel, keine einfache Möglichkeit, Proportionen über 400 Quadratmeter Beton hinweg einzuschätzen. Für die meisten Künstler wären allein diese Einschränkungen Grund genug, horizontale Flächen komplett zu meiden.
Nicht so für Dukstill – einen der türkischen Vorreiter im Einsatz von AR- und VR-Tools für Wandkunst. Bekannt dafür, Basketballplätze in lebendige, geometrische Spielflächen zu verwandeln, hat Dukstill Sketchar und Meta Quest weit über ihre ursprünglichen Einsatzzwecke hinaus getrieben und die Technologie an die Realitäten großformatiger Bodenmalerei angepasst.
In diesem Interview erklärt er, wie Sketchar ihm hilft, Maßstäbe zu erfassen, die Perspektive zu kontrollieren, schneller zu arbeiten, besser zusammenzuarbeiten und eine kreative Präzision zu erreichen, die auf horizontalen Flächen bisher unmöglich war. Vor allem aber zeigt er, dass Technologie Kunst nicht ersetzt – sie erweitert, was Künstler leisten können.



Video: Dukstill auf Instagram
1. Bodenmurals bringen einzigartige Einschränkungen mit sich – vor allem, dass man auf horizontalen Flächen keine Projektoren einsetzen kann. Was hat dich dazu gebracht, AR/VR-Tools wie Sketchar als Alternative auszuprobieren?
Dukstill: Jahrelang habe ich mit Projektoren gearbeitet, aber diese Methode stößt bei Bodenmurals an ihre Grenzen. Da man nicht auf eine horizontale Fläche projizieren kann, wurde die Übertragung der Skizze sowohl schwierig als auch unnötig teuer.
Als ich Sketchar zum ersten Mal ausprobierte, war die App größtenteils für den vertikalen Einsatz konzipiert, aber ich habe ihre Grenzen auf einer 28 mal 15 Meter großen Fläche ausgetestet. Natürlich gab es anfangs einige Herausforderungen – eine so riesige Fläche in VR zu kontrollieren, ist an sich schon ein Erlebnis.
In der Anfangszeit habe ich beim Bücken versehentlich die Controller-Tasten gedrückt, also habe ich die Batterien herausgenommen, um ungewollte Eingaben zu vermeiden. Später, als die Bildsperre-Funktion hinzugefügt wurde, war das der Moment, in dem ich dachte: „Das ist es.“ Zu sehen, wie das Team genau das Problem löste, mit dem ich zu kämpfen hatte, ließ die Technologie viel zuverlässiger wirken.
Jetzt gibt es keine Beleuchtungsprobleme mehr, keine Projektionskosten, und das Entwerfen auf riesigen Flächen ist zu einem viel professionelleren Prozess geworden.



Video: Dukstill auf Instagram
2. Nimm uns mit durch deinen kreativen Prozess beim Bemalen eines Basketballplatzes. In welchen Momenten hilft dir Sketchar, dein Kunstwerk effizienter zu planen, zu positionieren oder zu skalieren?
Dukstill: Einen Basketballplatz zu bemalen fühlt sich an wie das Lösen eines riesigen Puzzles – Farben, Formen und Komposition müssen aus jedem Blickwinkel funktionieren. Genau hier verändert Sketchar meinen Arbeitsablauf komplett.
Ich beginne damit, den Platz in VR zu platzieren, und kann Maßstab, Winkel und Positionierung des Entwurfs in echten Dimensionen sehen. Noch bevor ich mit dem Malen anfange, erlebe ich die gesamte Komposition, als wäre sie bereits fertig.
Das beschleunigt den Prozess enorm und reduziert die Fehlerquote fast auf null. Aufgaben wie das Skalieren, die früher Stunden dauerten, nehmen jetzt nur noch Minuten in Anspruch – so bleibt mehr Zeit für die kreative Seite.

Bild: Dukstill
3. Bodenmurals leiden oft unter perspektivischer Verzerrung und Ausrichtungsproblemen. Wie hältst du die Proportionen korrekt, wenn Menschen das Kunstwerk aus mehreren Winkeln oder aus größerer Höhe betrachten?
Dukstill: Perspektivische Verzerrung ist die größte Herausforderung bei Bodenmurals. Menschen betrachten das Kunstwerk aus jeder Richtung – von der Seite, von vorne, von oben und über Drohnen. Es muss also aus allen Winkeln korrekt aussehen.
Sketchar wird für mich wie ein zusätzliches Paar „Augen“. Ich kann das Design direkt im realen Raum aus verschiedenen Höhen und Winkeln in der Vorschau betrachten und anpassen.
Das sorgt dafür, dass die Proportionen genau bleiben, die Symmetrie erhalten bleibt und die Details an der richtigen Stelle landen. Dank VR wird der Prozess schneller und deutlich präziser.



Video: Dukstill auf Instagram
4. Du bist einer der ersten Mural-Künstler in der Türkei, der Sketchar für großformatige Bodenmalereien einsetzt. Welchen Rat würdest du Künstlern geben, die riesige Flächen bemalen möchten, sich aber von der Größe überfordert fühlen?
Dukstill: Mein erster Rat an alle, die mit großformatigen Murals beginnen, lautet: Habt keine Angst vor der Größe. Eine riesige Fläche kann überwältigend wirken, aber die richtigen Werkzeuge machen alles deutlich handhabbarer.
Apps wie Sketchar machen den Arbeitsablauf klarer und kontrollierter. Zehn Meter und mehr allein mit den Augen zu skalieren und auszurichten, ist extrem schwierig, aber AR/VR gibt dir einen virtuellen Leitfaden.
Der Einsatz von Technologie mindert nicht die künstlerische Seite der Arbeit – im Gegenteil, sie stärkt dein Selbstvertrauen und lässt mehr Raum für Kreativität.

Bild: Dukstill
5. Basierend auf deiner Erfahrung, Basketballplätze mit AR/VR zu verwandeln – wie siehst du die Zukunft großformatiger öffentlicher Kunst, besonders auf unkonventionellen Flächen wie Böden, Straßen und Sportplätzen?
Dukstill: Ich glaube, dass AR/VR ein fester Bestandteil großformatiger öffentlicher Kunst werden wird. Auf Flächen wie Plätzen, Straßen und Sportfeldern – wo traditionelle Methoden schwierig sind – wird Technologie zur Notwendigkeit.
Bald werden Künstler Murals in VR entwerfen, bevor sie malen, Marken werden Projekte in virtuellen Umgebungen begutachten, und die physische Umsetzung wird viel weniger Zeit in Anspruch nehmen.
Technologie ersetzt den Künstler nicht – sie erlaubt uns einfach, größer zu denken. Deshalb freue ich mich, Teil dieser Transformation zu sein.

Bild: Dukstill beim Zeichnen auf dem Boden mit der Sketchar-App auf Meta Quest
Bodenmurals waren früher von Einschränkungen geprägt: teure Ausrüstung, mühsame Ausrichtung, unvorhersehbare Verzerrungen und Arbeitsabläufe, die selbst die erfahrensten Künstler ausbremsten. Dukstills Prozess zeigt, wie AR/VR diese Barrieren rasant abbaut.
Indem Sketchar reale Maßstäbe in einen digitalen Arbeitsablauf einbindet, können Künstler ihre Designs in der Vorschau betrachten, positionieren, skalieren und anpassen, bevor auch nur ein Tropfen Farbe auf den Boden trifft. Bei großen Flächen – Plätzen, Straßen, Freiflächen, Landebahnen – ist das ein echter Wandel. Es verkürzt die Einrichtungszeit, verbessert die Genauigkeit, reduziert Fehler und macht komplexe Kompositionen deutlich einfacher umsetzbar.
Noch wichtiger: Es gibt Künstlern die Freiheit, größer zu denken.
AR und VR ersetzen nicht das Handwerk – sie verstärken es.
Wie Dukstill es formuliert: „Technologie mindert nicht die künstlerische Seite der Arbeit – sie stärkt dein Selbstvertrauen und lässt mehr Raum für Kreativität.“ Und genau deshalb definiert diese neue Generation technikaffiner Muralisten die Zukunft der öffentlichen Kunst neu, eine riesige Fläche nach der anderen.
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