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Lagos in Farbe mit Sketchar: Wie Street Art und Technologie Nigerias kulturelle Zukunft gestalten

Verfasst von Sketchar5 Min. Lesezeit

Das diesjährige Lagos Street Art Festival (LSAF) verwandelte die Stadt in eine Freiluftgalerie: 12 Künstler schufen riesige 8×4-Meter-Wandbilder überall in Lagos. Doch hinter den Farben und den Dimensionen steckte etwas Neues: Viele dieser Wandbilder entstanden nicht auf Papier, nicht mit Kreidegittern und nicht mit nächtlichen Projektor-Setups. Sie entstanden in VR-Headsets, angetrieben von Sketchar.

Das war keine Technik zur Show. Das war Technik, die echte Arbeit leistete – öffentlich, auf Betonwänden, unter der Sonne von Lagos.

Street Art fand einen neuen Workflow

Street Art wirkt von außen romantisch. Von innen ist sie Logistik.

Eine Skizze auf eine acht Meter breite Wand skalieren. Die Proportionen korrekt halten. Bei Tageslicht arbeiten. Sich an unebene Oberflächen anpassen. Zeit verlieren, weil ein Projektor in der Sonne nicht deutlich genug zu sehen ist.

Genau diese Reibung soll Sketchar beseitigen.

Street-Art-Künstler nutzen die Sketchar-App auf VR-Headsets (Meta Quest)

Beim LSAF nutzten die meisten teilnehmenden Künstler Sketchar auf VR-Headsets, um ihre Entwürfe vorzubereiten und zu übertragen. Keine Gitter. Keine Projektoren. Kein Rätselraten. Einfach einen Schritt zurücktreten, die Skizze im realen Raum an der Wand ausgerichtet sehen und mit Zuversicht malen.

Um das zu unterstützen, sponserte Sketchar das Festival und kaufte vier VR-Headsets, wodurch die Technologie direkt vor Ort verfügbar war. Das war kein Sponsoring nach dem Motto „Logo auf einem Banner“ – das war Infrastruktur.

Das Ergebnis: schnellerer Aufbau, weniger Korrekturen und mehr Zeit für das, was zählt – das Malen!

Ein Gesicht aus einer Stadt

Unter den teilnehmenden Künstlern war Andrey „AdnoDrobitko, der beim Festival nicht nur als Sketchar-Vertreter dabei war, sondern auch als Künstler in eigener Sache.

Sein Wandbild „Face of Lagos“ fängt die Stadt in Schichten ein – sowohl visuell als auch konzeptionell.

Der Hintergrund liest sich wie Lagos aus der Vogelperspektive: ein abstraktes, lebendiges Straßenraster voller Bewegung, Energie und Blitzen der ikonischen gelben Taxis der Stadt. Es wirkt überfüllt, lebendig, leicht überwältigend – genau wie die Stadt selbst.

Andrey (Adno) Drobitko malte ein Wandbild in Lagos mithilfe von Sketchar auf einem VR-Headset

Darüber schwebt ein Gesicht, aufgebaut aus geschichteten Formen – ein typischer Adno-Ansatz. Das Gesicht ist kein Porträt einer einzelnen Person, sondern eine zusammengesetzte Identität: Lagos als Mensch, Lagos als Erinnerung, Lagos als Präsenz.

Es ist ein Wandbild, das aus der Ferne genauso funktioniert wie aus der Nähe. Tritt man zurück, sieht man die Stadt. Kommt man näher, blickt die Stadt zurück.

Das gesamte Werk wurde mit Sketchar auf einem VR-Headset geplant und kartiert, sodass der Künstler in voller Größe arbeiten konnte, bevor der erste Farbtropfen die Wand traf.

Nicht nur Wände – ein lebendiges Festival

Das LSAF beschränkte sich nicht auf Wandbilder. Rund um die Malorte entfaltete sich das Festival als lebendiger Kulturraum.

Es gab Pop-up-Events mit Live-Zeichnungen, bei denen Künstler vor Publikum arbeiteten und den Prozess in eine Performance verwandelten. Eines dieser Events gipfelte in einem Wettbewerb, dessen Gewinner eine Meta Quest 3S erhielt – gestiftet von Sketchar als Hauptpreis. Ein Signal dafür, dass kreative Technologie nicht nur etwas zum Zuschauen ist, sondern etwas zum Benutzen.

Gleichzeitig wurde das Festival zu einem Moment der Reflexion.

Osa Seven, einer der Gründer des LSAF, feierte 10 Jahre seiner kreativen Laufbahn mit der Eröffnung einer persönlichen Ausstellung. Dieser Meilenstein verankerte das Festival in der Geschichte und erinnerte alle daran, dass Street Art in Lagos nicht über Nacht entstanden ist – sie ist das Ergebnis jahrelanger Beharrlichkeit, Experimentierfreude und Gemeinschaftsarbeit.

Ein Fireside Chat brachte das Festivalteam und die teilnehmenden Künstler zusammen, darunter Andrey Drobitko. Das Gespräch ging in die Tiefe: Wie ist das LSAF entstanden, wie denken Künstler über öffentlichen Raum, und wie verändern Tools wie Sketchar kreative Arbeitsabläufe? Moderiert von Seju Alero Mike, verband die Diskussion Kunst, Technologie und Wirkung – ohne Hype und ohne Buzzwords.

„Lagos zeigt, wie kreative Technologie Kultur stärken kann, statt sie zu verwässern. Tools wie Sketchar helfen nigerianischen Street-Art-Künstlern, in der Größenordnung zu arbeiten, die ihre Geschichten verdienen.“Andrey Drobitko

Foto: LSAF

Wenn Führungspersönlichkeiten vorbeischauen, zählen die Wände noch mehr

Gegen Ende des Festivals zogen die Wandbilder Besucher an, die Street Art nicht immer zu Gast hat.

Seine Königliche Majestät, Oba Abdulwasiu Lawal, CON (Abisogun II.), der Oniru des Königreichs Iru, besuchte die Wandbilder und zeigte sich stolz und begeistert von dem Projekt – und betonte, wie Kunst bedeutungsvolle, transformative Erfahrungen für Lagos schaffen kann.

Foto: LSAF

Kurz darauf besuchte auch Mr. Babajide Sanwo-Olu, Gouverneur des Bundesstaates Lagos, das Gelände. Sein Rundgang stellte das Festival in den Schnittpunkt von urbaner Verschönerung, gemeinschaftsgetragener Kunst und Kulturtourismus – eine Vision eines „Greater Lagos“, in dem Kreativität nicht in Innenräumen verborgen bleibt, sondern fest im öffentlichen Leben verankert ist.

Mr. Babajide Sanwo-Olu, Gouverneur des Bundesstaates Lagos

Zu diesem Zeitpunkt war die Botschaft klar: Das war nicht nur Farbe auf Wänden. Das war das Zusammentreffen von Kultur, Technologie und Stadtentwicklung.

Warum das über Lagos hinaus wichtig ist

Das LSAF gibt einen Einblick, was passiert, wenn kreative Tools auf reale Umgebungen statt auf kontrollierte Ateliers treffen.

VR geht es in diesem Zusammenhang nicht um Eskapismus. Es geht um Präzision. Es geht darum, großformatige öffentliche Kunst zugänglicher, effizienter und leichter wiederholbar zu machen. Wenn Künstler schneller und mit weniger Hürden arbeiten können, werden mehr Wände bemalt. Mehr Viertel bekommen Farbe. Mehr Menschen begegnen Kunst, ohne ein Ticket zu brauchen.

Für Sketchar war Lagos keine Demo – es war ein Testfeld. Ein Ort, an dem sich kreative Technologie unter realen Bedingungen bewähren musste.

Und für Lagos zeigte das Festival etwas Kraftvolles: Die Zukunft der Städte besteht nicht nur aus smarter Infrastruktur und digitalen Dienstleistungen. Es geht auch um kreative Infrastruktur – Tools, Plattformen und Partnerschaften, die es Künstlern ermöglichen, die visuelle Identität der Orte zu gestalten, in denen wir leben.

Für ein paar Wochen war Lagos nicht nur Gastgeber eines Street-Art-Festivals.

Es wurde selbst zu einem.

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