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Weniger Rätselraten, mehr Malen mit Sketchar: Art Kato über die Nutzung von VR für Porträtwandbilder

Verfasst von Sketchar4 Min. Lesezeit

Für Wandmaler, die Porträts und Tiere malen, ist das Skizzieren nicht nur der erste Schritt – es ist oft der zeitaufwändigste und mental anspruchsvollste Teil des Prozesses. Die richtigen Proportionen zu finden, die Perspektive aus der Vogelperspektive anzupassen und die Ausrichtung ständig zu überprüfen, kann Stunden dauern, bevor das eigentliche Malen überhaupt beginnt.

Der in Sevilla lebende Wandmaler Fabian Bravo Guerrero, bekannt als Art Kato, arbeitet seit Jahren mit traditionellen Skizziermethoden wie Rastern und Doodle-Techniken. Kürzlich integrierte er Sketchar und ein VR-Headset in seinen Arbeitsablauf – nicht um künstlerisches Können zu ersetzen, sondern um die Skizzierphase zu vereinfachen.

In diesem Interview erklärt Art Kato, wie VR seine Herangehensweise an Porträtwandbilder verändert hat, warum Geschwindigkeit und Klarheit wichtiger sind als Neuheit und wie er sich durch die gewonnene Zeit zum Skizzieren auf das konzentrieren kann, was den Künstler wirklich ausmacht: Farbe, Volumen und Detail.


1. Ihre Wandbilder mit Kindern sind unglaublich ausdrucksstark. Könnten Sie Ihren kreativen Prozess vor der Nutzung von Sketchar beschreiben und wie er sich durch die Arbeit mit einem VR-Headset verändert hat?

Art Kato: Die vier Kinderwandbilder, die ich in Ronda gemalt habe, entstanden mit einer Technik namens Doodle. Man erstellt viele Kritzeleien oder zufällige Formen, die später als Vorlage dienen. Das ist etwas schneller als die Arbeit mit einem Raster und flexibler, da man Größe und Platzierung später mit einer App anpassen kann.

Es wird jedoch mühsam, wenn man die Kritzeleien wieder ausradieren und die eigentliche Zeichenlinie zwischen all den Gekritzeln wiederfinden muss.

2. Porträts gehören zu den anspruchsvollsten Motiven der Wandmalerei, insbesondere hinsichtlich der Proportionen und der Genauigkeit der Gesichtszüge. Wie helfen Ihnen Sketchar und VR bei diesen Herausforderungen?

Art Kato: Sie helfen mir sehr beim schnellen Skizzieren. Die Wand wird nur durch die Skizze selbst markiert, sodass ich keine Hilfslinien, Raster oder andere Referenzlinien nachträglich entfernen muss.

Das Wandbild mit den Kindern habe ich in 45 Minuten skizziert. Es ist 18 × 3 Meter groß, und mit der Doodle-Technik hätte ich mindestens 4–6 Stunden gebraucht.

3. Was ist als Künstler der faszinierendste oder überraschendste Aspekt beim Einsatz von Technologien wie VR in Ihrer Wandmalerei?

Art Kato: Die Geschwindigkeit. Ich habe schon 6 bis 12 Stunden damit verbracht, eine Skizze auf ein großes Wandbild zu übertragen. Man muss an die Platzierung, die Kranbewegung und die Perspektive denken und ständig überprüfen, ob alles stimmt.

Mit dem VR-Headset kann man einfach mit dem Malen beginnen, ohne sich Gedanken über Fehler in der Skizze machen zu müssen.

4. Viele Wandmaler befürchten, dass die Technologie ihre künstlerische Intuition beeinträchtigen könnte. Wie vereinen Sie traditionelle Fähigkeiten mit VR-Tools in Ihrem Workflow?

Art Kato: Ich sage immer, mit dieser Technologie kann fast jeder skizzieren. Aber seien wir ehrlich: Wenn es darum geht, Farbe und Volumen hinzuzufügen und ein ausdrucksstarkes Design zu erstellen, dann kommt der wahre Künstler ins Spiel.

Dies war die erste Skizze, die Kato mit der Sketchar-App und einem VR-Headset erstellte (2. Oktober 2025).

**5. Von Künstler zu Künstler: Was ist das Wichtigste, das Sie Wandmalern mitgeben würden, die VR noch nie ausprobiert haben und vielleicht zögern oder Angst davor haben?

Art Kato: Für mich geht es vor allem um Geschwindigkeit und Klarheit. Mit VR kann man die Zeit, die man normalerweise mit Skizzieren verbringen würde, für die eigentliche Malarbeit nutzen.

Die in der Skizzierphase eingesparten Stunden können später für die Ausarbeitung von Details und Feinheiten verwendet werden. Wenn man beim Skizzieren gerne improvisiert, ist das natürlich etwas anderes – aber für kontrolliertes, präzises Arbeiten ist es ein großer Vorteil.

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Was Art Katos Erfahrung besonders auszeichnet, ist nicht nur das schnellere Skizzieren – es ist der veränderte Denkansatz. Dank VR verschwindet die Unsicherheit, die die frühen Phasen eines Wandgemäldes einst prägte, weitgehend. Statt 6 bis 12 Stunden mit dem Anpassen von Proportionen, dem Entfernen von Hilfslinien und dem ständigen Hinterfragen der Platzierung zu verbringen, kann er sich nun direkt und voller Zuversicht dem Malen widmen.

Wichtig ist, dass VR die Rolle des Künstlers nicht aufhebt. Wie Art Kato betont, kann jeder eine Skizze anfertigen – doch wahre Handwerkskunst zeichnet sich nach wie vor durch das Verständnis von Farbe, Tiefe, Komposition und Emotion aus. Tools wie Sketchar ersetzen nicht die Intuition; sie schützen sie, indem sie technische Störungen ausblenden.

Für Porträtmaler, die Wert auf Präzision, Schnelligkeit und Konzentration legen, geht es bei VR nicht darum, die Malweise zu verändern – sondern darum, die Zeit für bessere Malerei zurückzugewinnen.

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